Neuer Aufstellungsbeschluss zum B-Plan 62 – Gemeinde darf berechtigte Interessen der Bürger*innen nicht den Interessen des Investors unterordnen

Die Gemeindevertretung Halstenbek hat gestern Abend unter großer Öffentlichkeitsbeteiligung den Aufstellungsbeschluss für den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan auf einem Teil des
Greve-Geländes gefasst, die eine Topgolf-Anlage, ein Hotel und zwei große Wohnblöcke mit je 45 Wohnungen ermöglichen.


Ca. 40-50 Bürger*innen waren vor Ort, die ihre Ablehnung des Topgolf-Projektes mit einer Reihe von Redebeiträgen klar zum Ausdruck gebracht haben. Mehrere Änderungsanträge (Antrag 1, Antrag 2) der GRÜNEN zur Verbesserung der Verträglichkeit des neuen Gebietes mit dem Bestand wurden mehrheitlich abgelehnt. Auch die, die im vorangegangenen Fachausschuss noch eine Mehrheit fanden. Insgesamt haben CDU, SPD und FDP für die Pläne gestimmt. Nur die GRÜNEN lehnten den Auftstellungsbeschluss geschlossen ab.

Das sind unsere Gründe:

  • Die bestehende Bebauung östlich des Eidelstedter Wegs wird nicht mehr insgesamt als WA (allgemeines Wohngebiet) ausgewiesen. Das bedeutet höhere Grenzen für Emissionen.
  • Kein breiter Grünstreifen von ca. 30 m mehr, um Wohnen von Gewerbe klar abzugrenzen.
  • Zwei Wohnblöcke, 4-stöckig, die 40% ihrer Fläche bebauen. Mit Verkehrsflächen und Parkplätzen bleibt da nicht mehr viel Grün übrig. So eine verdichtete Bebauung haben wir in den letzten Jahren in Halstenbek in keinem anderen Bebauungsplan genehmigt.
  • Eine Sportanlage, die eine große Fläche versiegelt, die Licht- und Schallemissionen verursacht. Plus Hotel.
  • Dies alles führt zu viel Verkehr, wo es an der Kreuzung Lübzer Str./Gärtnerstr. jetzt schon zu vielen Staus kommt.

Wir GRÜNE haben zum F- und B-Plan einige Änderungsanträge gestellt (im Anhang), die leider fast alle abgelehnt wurden. Bezeichnend war, dass die CDU unserem Antrag auf Berücksichtigung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes nur zugestimmt hat, nachdem sie sich von der Verwaltung hat bestätigen lassen, dass dies die Investorenplanung nicht beeinträchtigt.

Dazu sagt die Gemeindevertreterin Ines Strehlau:

“Das Konzept des Investors wirkt wie aus der Zeit gefallen. So eine dichte Bebauung und ein hoher Versiegelungsgrad hätte vielleicht noch in die 1990er Jahre gepasst. Klimawandel, Klimafolgenanpassung und Schutz der Natur erfordern aber anderes Bauen. Wir müssen als Gemeindevertretung bei unseren Entscheidungen vor allem unsere Bürgerinnen im Blick haben. Wir dürfen ihre berechtigten Interessen auf ein gutes Wohnen und Leben in Halstenbek nicht den Interessen des Investors unterordnen.”


Dieter Thomas für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Halstenbek